11.01.10

Beim Abnehmen hören Schweizer kaum auf Ärzte

Die Franzosen und Mexikaner sind deutlich folgsamer bei Diätratschlägen ihrer Mediziner – weltumspannende repräsentative Umfrage für das Magazin Reader’s Digest


Zürich, 11. Januar 2010. Beim Abnehmen verlassen sich die Schweizer im wahrsten Sinne des Wortes auf ihr Bauchgefühl statt auf ihre Ärzte. Nur 11 Prozent der Schweizer geben den Rat des Arztes als Motivation für einen Diätversuch an, berichtet das Magazin Reader’s Digest in seiner Februar-Ausgabe. Die Franzosen (39 Prozent) und insbesondere die Mexikaner (46 Prozent) sind deutlich folgsamer, wenn sie von ihren Ärzten Diätratschläge erhalten. Dabei hat das Abnehmen einen hohen Stellenwert in der Schweiz: 71 Prozent der Schweizer haben es bereits einmal versucht. Damit liegt die Schweiz gleichauf mit Brasilien – jenem Land, in dem der Schlankheitswahn nachgewiesenermassen grassiert.

 

Das Magazin Reader’s Digest wollte genau wissen, wie Menschen in den verschiedensten Teilen der Welt mit ihrem Körpergewicht umgehen, und initiierte eine repräsentative Umfrage. Die Untersuchung, die das internationale Meinungsforschungsinstitut Synovate im Auftrag von Reader’s Digest in 16 Ländern durchführte, brachte Erstaunliches zu Tage. Beispielsweise gaben in den meisten untersuchten Ländern – darunter auch die Schweiz – ein Drittel bis fast die Hälfte der Menschen zu, dass sie es gerne sehen würden, wenn ihr Lebenspartner abnähme. Das Magazin veröffentlicht die Ergebnisse nun weltweit gleichzeitig in allen 49 Länder-Ausgaben.

 

Die Welt auf der Waage

Finnland geht aus der Studie als jenes Land hervor, das sich der Gefahr der Fettleibigkeit am meisten bewusst ist. 83 Prozent der Finnen haben wenigstens einmal im Leben versucht abzunehmen. Dieser Wert liegt um 10 bis 60 Prozentpunkte höher als in den anderen untersuchten Ländern, wobei die Schweiz, Brasilien und Kanada mit jeweils 71 Prozent immer noch zur Spitzengruppe bei dieser Frage gehören.

 

Brasilien kann man getrost als das Land bezeichnen, in dem der Schlankheitswahn grassiert. 83 Prozent aller Brasilianer finden, dass zu grosses Aufheben darum gemacht wird, wie viel jemand wiegt. Wobei Männer (77 Prozent) und Frauen (89 Prozent) diesen Druck gleichermassen verspüren. Verglichen mit den Brasilianern, aber auch mit vielen anderen Ländern, sehen die Schweizer das Thema Diät jedoch gelassen: Nur 41 Prozent der Schweizer meinen, dass dem Thema Körpergewicht zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wird.

 

Das Land, in dem sich die meisten Ehefrauen wünschen, dass ihre Ehemänner abnehmen, sind die Vereinigten Staaten. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller verheirateten US-Amerikanerinnen fänden es gut, wenn ihre Gatten dünner wären. Die Ironie: 68 Prozent der US-Amerikanerinnen gaben an, dass die amerikanische Kultur zu viel Wert auf die Figur lege. Offensichtlich findet ein dicker Bauch mehr Gnade, wenn er nicht gerade den eigenen Ehemann verunziert.

 

Das Land, in dem sich die meisten Ehemänner (48 Prozent) wünschen, dass ihre Frauen abnehmen, ist Indien.

 

Deutschland und Ungarn sind die einzigen Länder, in denen nahezu jeder so geliebt wird, wie er ist. Lediglich 13 Prozent der verheirateten Ungarn ist der Leibesumfang ihres Partners ein Dorn im Auge (Deutschland: 16 Prozent).

 

In keinem anderen Land der Welt werden so viele Diätpillen geschluckt wie in China. 37 Prozent der Chinesen gaben zu, die kleinen Dünnmacher einzunehmen.

 

In Russland hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass Rauchen als Appetitzügler wirkt. 23 Prozent aller russischen Männer und 18 Prozent aller russischen Frauen gaben zu, dass sie rauchen, um abzunehmen.

 

Kein Land zeigt beim Thema Körpergewichtigkeit so viel Ehrlichkeit wie die Philippinen. 82 Prozent der Philippiner geben zu, dass ihnen die Willenskraft fehlt, leckeren Speisen zu widerstehen.

 

Frankreich schiebt die Schuld für die Gewichtszunahme des Durchschnittsbewohners auf die Amerikaner und ihre international verbreiteten Essgewohnheiten. Mit einem Votum von 79 Prozent fällt diese Schuldzuweisung in Frankreich so deutlich aus wie in keinem anderen Land. Allerdings nennen selbst in den USA fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) den Konsum von Fast-Food-Produkten als Ursache für Fettleibigkeit.

 

Was die Welt richtig macht

Wer mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet ist und mehr auf seine Linie achten will, erhält in der Februar-Ausgabe von Reader’s Digest wertvolle Tipps – mit Ratschlägen von Experten aus der ganzen Welt:

  • Velo statt Auto: Mehr als die Hälfte der niederländischen Fahrradbesitzer (54 Prozent) benutzen ihren Drahtesel täglich
  • Nordic Walking: Wer die Sportart praktiziert, die in Finnland zu den beliebtesten zählt, kann beim regelmässigen Spaziergang locker ein paar Kalorien mehr verbrennen.
  • Permanente Saure-Gurken-Zeit: Bei den Ungarn ist das Einlegen von Gemüse sehr beliebt. Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass Essigsäure den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel senken sowie die Fettbildung verhindern kann.
  • Abwarten und Tee trinken: In Ländern mit einer ausgeprägten Teekultur tritt Fettleibigkeit in der Regel seltener auf. Rooibos- oder Rotbuschtee aus Südafrika verfügt über natürliche Süsse, so dass der Zucker entfallen kann.
  • Powernapping: Es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege dafür, dass chronischer Schlafmangel zu einer Gewichtszunahme führen kann. In Japan nehmen sich viele Arbeitnehmer und Studenten Zeit für einen 20- bis 30-minütigen Mittagsschlaf.
  • Zu Hause kochen: Wer nicht kochen kann, wird eher dick, sagt die Forschung. Denn wer selbst den Kochlöffel schwingt, ernährt sich bewusster. Die Polen geben nur 5 Prozent ihres Haushaltsgeldes für Restaurantbesuche aus, der typische Amerikaner dagegen 37 Prozent.
  • Lange sitzen, viel reden: Wer länger am Esstisch sitzt, isst oft weniger. Das Gehirn benötigt etwa 20 Minuten, bis es registriert hat, dass der Mensch satt ist. Wer sich in dieser Zeit mit seinen Tischnachbarn unterhält, isst oft weniger. Die Franzosen sind Meister in ausgedehnten Familienmahlzeiten, wobei das Gespräch immer wieder vom Essen ablenkt.

Zur Methode der Umfrage:

Das internationale Meinungsforschungsinstitut Synovate hat im Oktober vergangenen Jahres im Auftrag von Reader’s Digest in 16 Ländern jeweils mindestens 1000 Menschen landesweit repräsentativ befragt. Allein in der Schweiz wurden 1001 Menschen befragt, in Deutschland 1012.

 

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Februar-Ausgabe von Reader’s Digest Schweiz ist ab 29. Januar an zentralen Kiosken erhältlich.

 

Tabelle 1: Haben Sie jemals versucht abzunehmen? (Zustimmung in Prozent)

Finnland 83 %

Niederlande 73 %

Australien, USA 72 %

Brasilien, Kanada, Schweiz 71 %

Grossbritannien 64 %

Mexiko 46 %

Deutschland 44 %

Frankreich 40 %

Philippinen 38 %

China 36 %

Russland 33 %

Ungarn 24 %

Indien 21 %

 

Tabelle 2: Machen die Menschen in Ihrem Land zu grosses Aufheben um das Gewicht? Zustimmung in Prozent

Brasilien 83 %

Indien 68 % 

USA 62 %

Frankreich, Grossbritannien 55 % 

Niederlande 54 % 

Australien, Kanada, Philippinen 53 %

China 50 % 

Deutschland, Finnland 48 %

Schweiz 41 %

Mexiko 38 %

Russland 36 %

Ungarn28 % 

 

Tabelle 3: Haben Sie jemals versucht abzunehmen, weil Ihr Arzt dazu geraten hat? Zustimmung in Prozent

Mexiko 46 %

Frankreich 39 %

USA 29 %

Kanada 27 %

Indien 25 %

Deutschland 24 %

Brasilien 23 %

Australien, Philippinen 22 %

Russland 21 %

China 20 %

Finnland 19 %

Niederlande, Ungarn 15 %

Grossbritannien 14 %

Schweiz 11 %

 

Tabelle 4: Aus welchen Gründen haben Sie jemals versucht abzunehmen? Zustimmung in der Schweiz in Prozent, Mehrfachantworten möglich

  • Um sich besser zu fühlen 78 %
  • Um besser auszusehen 63 % 
  • Um gesünder zu sein 47 %
  • Um Selbstachtung zu steigern 43 %
  • Um mehr Energie zu haben 30 %
  • Weil der Arzt dazu geraten hat 11 % 
  • Wegen erfüllenderem Liebesleben 6 %
  • Um mehr Freunde zu haben 2 %
  • Um beruflich voranzukommen 1 %

 

Tabelle 5: Sollte Ihr Lebenspartner abnehmen? Zustimmung in Prozent

USA 49 %

Indien 47 %

Brasilien, Finnland 43 %

Australien 42 %

Kanada 40 %

Niederlande 35 %

Grossbritannien 34 %

Schweiz 33 %

China 29 %

Mexiko 28 %

Philippinen 26 %

Frankreich, Russland 19 %

Deutschland 16 %

Ungarn13 %

 

Tabelle 6: Sollte eines ihrer Kinder im schulpflichtigen Alter abnehmen? Zustimmung in Prozent

Indien 44 %

China 34 %

Mexiko 27 %

Russland 24 %

Australien 23 %

Niederlande, USA 22 %

Kanada, Schweiz 20 %

Brasilien 19 %

Grossbritannien 17 %

Philippinen 15 %

Deutschland 14 %

Finnland 13 %

Frankreich 9 %

Ungarn 6 %

 

Bei Rückfragen:

Das Beste aus Reader’s Digest AG

Chefredaktor Edwin Surbeck, Räffelstr. 11, 8045 Zürich

Tel: 044 455 73 39, Fax: 044 455 71 15, E-Mail: edwin.surbeck@readersdigest.ch


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